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Strahlenbelastung beim Fliegen

Wir überlegen einen Langstreckenflug nach Neuseeland mit unserer fast 5 jährigen Tochter in naher Zukunft zu machen. Nun bin ich durch meinen Vater, Arzt in Ruhestand und ehemaliger Strahlenschutzbeauftragter, aufmerksam gemacht worden, dass man beim Fliegen einer Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Dies könnte insbesondere bei Kindern gesundheitlich problematisch sein. Die Folgen, z.B. eine Leukämie, würden erst nach vielen Jahren in Erscheinung treten und daher sei es schwierig einen Zusammenhang zwischen der Leukämie und der Strahlenexposition beim Langstreckenflug nachzuweisen. Das war für mich neu und zugleich erschreckend. Deswegen habe ich zu diesem Thema recherchiert. Die Ergebnisse möchte ich euch in diesem Artikel vorstellen.

Hintergrund

Ihr habt bestimmt schon von radioaktiver Strahlung z.B. bei den Atomreaktorunfällen in Tschernobyl und Fukushima oder im Zusammenhang mit medizinischen Untersuchungen wie Computertomographie (CT) und Röntgen gehört. Doch auch im Flugzeug ist man einer Strahlenbelastung ausgesetzt. Hier kommen die Strahlen aus dem Weltall. Gott sei Dank kann die Erdatmosphäre den überwiegenden Teil abhalten. Beim Fliegen sind vor allem die Flughöhe, Flugdauer, Flugroute und Sonnenaktivität entscheidend für die Strahlenbelastung. D.h. je höher und länger man fliegt, desto stärker ist die Strahlenbelastung. Wer zudem noch in den nördlichen Polrouten fliegt ist einer besonders hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Im Umkehrschluss heißt das, dass Piloten, Flugpersonal, Langstreckenflieger und Vielflieger somit einer starken Strahlung ausgesetzt sind.

Woher weiß ich jetzt, wie hoch konkret die Strahlenbelastung für meinen Flug ist?

Hierfür gibt es das Computerprogramm EPCARD der Europäischen Union zur Berechnung der kosmischen Strahlung im Bereich Luftfahrt.
https://www1.helmholtz-muenchen.de/epcard/online/fluginput.php?lang=de

Ich habe das Programm für mich genutzt und habe die Eingabemaske wie folgt befüllt:

  • Abflughafen: München/Deutschland
  • Zielflughafen: Wellington/Neuseeland
  • Flugdauer: 30 Stunden

Als Ergebnis bekam ich Folgendes:

Strahlenbelastung beim Fliegen

Strahlenbelastung beim Fliegen

Wie ist das Ganze nun zu deuten?

Offiziell heißt es hierzu:

  • Die Gesamtflugzeit wird als die Summe der Dauer des Fluges auf allen Flugniveaus berechnet, einschließlich der Dauer des Auf- und Absteigens am Anfang und am Ende des Fluges.
  • Die Dosis der kosmischen Strahlung während des Fluges wird als Effektivdosis in Mikrosieverts (μSv) angegeben und auf den nächsten ganzzahligen Wert gerundet. Eine höhere Präzision ist nicht sinnvoll, da die jährliche effektive Dosis aufgrund der umweltbedingten natürlichen Strahlung Meereshöhe bei mäßigen Breiten bei ca. 1000 μSv liegt.

Was heißt das nun konkret für mich und meine Familie?

Das Ergebnis ist leider nur für Erwachsene verfügbar. Klar, ist ja eigentlich für Flugpersonal gedacht und die sind Erwachsene. Unabhängig davon muss ich das Ergebnis zuerst mal zwei nehmen, da es ja einen Hin- und Rückflug gibt. Dadurch ergibt sich ein Wert von 194 μSv.
Laut dem Fachverband für Strahlenschutz e.V., Quelle: https://www.fs-ev.org/fileadmin/user_upload/80_FAQs/strahlenwirkung/faq_frage_318.html beträgt die durchschnittliche natürliche effektive Strahlendosis, die pro Jahr auf uns wirkt ca. 2,1 mSv (Millisievert). 194 μSv (Mikrosievert) entsprechen 0,194 mSv, d.h. es sind weniger als 10% der jährlichen natürlichen radioaktiven Strahlenbelastung. Dies sei selbst für Schwangere und Kleinkinder unbedenklich.

Fazit

Ehrlich gesagt, empfinde ich den Wert für Kinder, da diese im Wachstum noch sind, als hoch. Als Laie kann ich aber das Risiko für Folgen der radioaktiven Strahlenexposition nicht abschätzen. Immerhin halten die Strahlenschutzexperten des Bundesamtes für Strahlenschutz und des Helmholtz- Instituts in München diese Strahlendosis für „gesundheitlich unbedenklich“.

Quellen:

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Eine Antwort auf Strahlenbelastung beim Fliegen

  • Stefan sagt:

    Ich kann Deine Skepsis wegen der Strahlenbelastung verstehen…daher rate ich Dir dazu noch etwas zu warten bis Deine Tochter älter ist…schon alleine die lange Flugzeit ist für Sie sehr ansträngend und für Euch als Eltern auch…daher fliegt lieber zu einem anderen Zeitpunkt…es gibt auch sehr schöne Alternativen um Urlaub zu machen

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